Begriffe aus dem ECommerce - Agentic Commerce
- Janine Corinth
- Juni 16, 2026
Wenn KIs damit beginnen, online einkaufen zu gehen
So spannend es erstmal klingt – „Agentic Commerce“ hat nichts mit Geheimagenten oder dem FBI zu tun. Tatsächlich stehen dahinter die immer bekannter und beliebter werdenden KI Modelle wie ChatGPT, Gemini, Perplexity und co.
Jeder, der im Online-Handel hat den Begriff Agentic Commerce bereits schon einmal gehört – doch was steckt eigentlich dahinter?
Was ist Agentic Commerce?
Agentic Commerce klingt im ersten Moment kryptisch, wenn man sich die Worte im Kopf übersetzt, doch eigentlich ist es recht logisch.
Hinter dem Agentic steckt der sogenannte KI-Agent, also das Modell selbst, das wie eine handelnde Person das Internet durchsuchen, auf Webseiten klicken und ganze Interaktionen durchführen kann. Agentic Commerce beschreibt also eine KI, die wie ein Kunde handeln und „handeln“ kann – Doch wie kann man sich das genau vorstellen?
Anfrage an die KI wird gestellt
Nehmen wir an, ein Kunde möchte gerne eine Holzuhr in Smaragdfarben kaufen. Weil die Anfrage sehr spezifisch ist, nutzt derjenige statt Google lieber gleich die KI. Die KI erhält also den Prompt mit der Anforderung „Suche mir Holzuhren in Smaragdfarben raus!“
Hier liest die KI die wichtigsten Anforderungen für die Suchen raus wie eben Produktart, Typ, Farbe, Größe usw.
Die KI macht sich auf die Suche
Und dabei benutzt der KI-Agent auf der Suche nach den passenden Produkten nicht nur Suchmaschinen wie BING oder Google, sondern durchforstet auch selbstindexierte Webseiten.
Dabei vergleicht die KI die Daten aus den Shopseiten anhand verschiedener Anforderungen (Eigenschaften, Preis, Produktbewertung, Shopbewertung etc.) und sucht sich die besten Ergebnisse raus.
Ki schlägt Produkte zum Kauf vor
Nach einer blitzschnellen Recherche und einer intensiven Auslese stellt die KI die passendsten Produkte vor und gibt wichtige Daten hinzu wie Preis, Marke, Eigenschaften und vieles mehr.
Je nach System liegt hier ein Touchpoint mit dem Kunden, bei dem der Kunde eines der angebotenen Produkte wählt oder eine Produktseite besucht.
Fortgeschrittene Systeme schließen den Kauf eigenständig ab – ggf., nachdem z.B. in Preisverhandlung mit dem KI-Gegenüber ein in die Vorgaben passendes Ergebnis erzielt wurde.
Wie Online-Händler ihren Shop für Agentic Commerce anpassen können
Bei all dem Automatismus darf nicht vergessen werden, dass zur Nennung des eigenen Produktes manuelle Anpassungen notwendig sind. Zwar sind KI-Agenten in der Lage die Shopseiten zu crawlen und zu erkunden, doch gerade in der KI-Welt sind Probleme wie Halluzinationen (überzeugend formulierte, aber sachlich falsche oder komplett erfundene Antworten) durchaus bekannt.
Um zu verhindern, dass falsche Produktdaten durch die KI gelesen und wiedergegeben werden, hat der Online-Händler verschiedene Möglichkeiten, um die eigenen Produktdaten zur KI zu bringen. Die gängigsten Methoden sind:
Strukturierte Daten
Strukturierte Daten sind innerhalb des Seitencodes zu finden und beschreiben die dort verfassten Inhalte in einem speziellen Schema. Dabei werden einzelne Komponenten so definiert, dass für Maschinen klar erkennbar ist, welche Bedeutung der angegebene Inhalt hat und wie er gelesen werden kann z.B: dass es sich bei den angegeben 44,99 € um den Produktpreis handelt.
Hat eine Seite keine strukturierten Daten, aber es stehen mehrere Preise auf der Seite z.B. Staffelpreisen oder Versandkosten, so kann es passieren, dass die KI einen falschen Preis als Produktpreis erkennt und wiedergibt.
Direkte Übertragung
Wie beim Google Merchant Center gibt es bereits die Möglichkeit Daten z. B.: in Form von Feeds an spezielle Server zu versenden, die die Informationen dann unterschiedlich weiterverarbeiten.
- MCP Server geben die allgemeine Information und den Kontext der Inhalte an die KI
- UCP & ACP Server wiederum kümmern sich hauptsächlich darum die Inhalte in einem transaktionalen Kontext zu übermitteln
- ACP verbinden KIs mit dem Zahlungsdienstleister
Funktionen wie das Bezahlen innerhalb des Agenten, können in der USA, aber noch nicht in der EU genutzt werden.
Gründe dafür sind gesetzliche Bestimmungen wie der EU AI Act und die DSGVO.
In der KI shoppen und bestellen - schon längst keine Zukunftsmusik mehr
Doch die Entwickler hinter der KI sind noch lange nicht am Ende angelangt. Mit dem neu eingeführten ACP soll es in Zukunft möglich sein EInkäufe direkt in der KI zu tätigen.
Mit dem sogenannten Instant Checkout ist OpenAI drauf und dran eine Möglichkeit zu schaffen einen Checkout innerhalb der KI zu kreieren und somit den kompletten Conversion Funnel zu verkürzen, gar zu vereinfachen – zumindest aus der Sicht des Kunden.
Dahinter stecken viele Prozesse, die miteinander verknüpft werden müssen. Zum einen muss der Nutzer persönliche Daten wie Adresse oder Zahlungsinformationen in der KI hinterlegen, zum anderen muss der Händler den KI-Agenten sowohl mit Shop, Zahlungsdienstleister als auch ggf. dem ERP-System anbinden. Aktualität und gute Pflege sind dabei äußerst wichtig, – falsche Angaben oder häufige Retouren könnten sich negativ auf die eigene Sichtbarkeit innerhalb der KI auswirken.
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In naher Zukunft soll sich das Agentic Commerce so weit entwickeln, dass selbst KI-Agenten für die Nutzer mit einer einfachen Anfrage wie „Bestelle mir 3 x Kaffee“ Bestellungen auslösen und bezahlen und liefern lassen können.
Mit dem aktuellen Standard und dem Blick in die Zukunft steuern wir auf eine völlig neuartige Art und Weise des Online-Shoppings zu. Ob und wie sich Online-Shops diesbezüglich verändern werden, bleibt weiterhin mit Spannung abzuwarten.
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